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Bauakustik und Raumakustik, der Unterschied
Bauakustik hält Schall aus dem Raum heraus, Raumakustik ordnet den Schall im Raum. Warum beide Disziplinen verschieden gemessen, geplant und nachgewiesen werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Bauakustik dämmt Schall zwischen Räumen und von außen, Raumakustik ordnet den Schall im Raum.
- Bauakustik: DIN 4109, Messung nach DIN EN ISO 16283, Bauteile sind in der Regel schwer und dicht.
- Raumakustik: DIN 18041, Messung nach DIN EN ISO 3382, Maßnahmen sind leicht und porös.
- Wer das falsche Problem bekämpft, zahlt doppelt. Eine kurze Messung zeigt, welches vorliegt.
Bauakustik beschäftigt sich mit der Schallübertragung zwischen Räumen und von außen nach innen. Raumakustik beschäftigt sich mit dem Schall innerhalb eines Raums. Die eine Disziplin dämmt, die andere formt. Beide werden oft verwechselt, weil im Alltag beides „Akustik“ heißt, und beide werden mit unterschiedlichen Normen, Messungen und Maßnahmen bearbeitet.
Bauakustik: Schall zwischen Räumen
Die Bauakustik fragt: Wie viel Schall kommt von der Nachbarwohnung, vom Flur, von der Straße oder vom Aufzug in meinen Raum? Ihre Kenngrößen sind die Luftschalldämmung von Wänden, Decken, Türen und Fenstern, die Trittschalldämmung von Decken und Treppen und die Geräusche haustechnischer Anlagen. Die Anforderungen stehen in der DIN 4109, der Nachweis ist Teil des Bauantrags, die Messung nach Fertigstellung erfolgt nach DIN EN ISO 16283.
Maßnahmen der Bauakustik sind schwer und dicht: massive Wände, entkoppelte Vorsatzschalen, schwimmende Estriche, elastisch gelagerte Anlagen, schallgedämmte Fenster. Fehler lassen sich nachträglich nur mit großem Aufwand beheben, weil sie in der Konstruktion stecken.
Raumakustik: Schall im Raum
Die Raumakustik fragt: Wie klingt es in diesem Raum? Versteht man den Lehrer in der letzten Reihe, kann man im Büro konzentriert arbeiten, hört man im Restaurant sein Gegenüber? Ihre Kenngrößen sind die Nachhallzeit, die Sprachverständlichkeit und die räumliche Abklingrate. Die Anforderungen stehen in der DIN 18041, gemessen wird nach DIN EN ISO 3382.
Maßnahmen der Raumakustik sind leicht und porös: Akustikdecken, Wandabsorber, Deckensegel, Stellwände. Sie lassen sich auch im Bestand nachrüsten, oft ohne Eingriff in die Bausubstanz.
Warum die Verwechslung Geld kostet
Wer Lärm vom Nachbarn mit Akustikpaneelen bekämpft, hat Raumakustik gekauft und Bauakustik gebraucht. Die Paneele machen den eigenen Raum weniger hallig, aber die Wand bleibt so durchlässig wie vorher. Umgekehrt hilft eine schwere Wand nichts gegen den Hall im Großraumbüro. Vor jeder Maßnahme sollte deshalb klar sein, welches Problem vorliegt. Eine Bedarfsanalyse vorab zeigt es: Bei Bauakustik misst man zwischen zwei Räumen, bei Raumakustik im Raum selbst.
Wo sich beide treffen
In der Planung treffen sich beide Disziplinen an vielen Stellen. Eine abgehängte Akustikdecke kann die Schalldämmung der Rohdecke verbessern oder, bei falschem Aufbau, durch die Decke hindurch einen Nebenweg öffnen. Ein Konferenzraum braucht Wände, die störenden Schall von außen reduzieren, und Absorber, die die Akustik im Inneren optimieren. Deshalb planen wir bei IBA MV beides gemeinsam, mit Rechentechnik, Messtechnik und einem Ansprechpartner.
Mehr dazu: Bauakustik und Raumakustik bei IBA MV.
Fachlich geprüft von Tony Witzke, Bachelor of Engineering, Ingenieurbüro für Bauphysik IBA MV. Der Artikel ersetzt keine Beratung im Einzelfall.
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