Großraumbüro mit Glaswänden und Akustikdecke, Messmikrofon auf Stativ im Vordergrund

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Raumakustik im Büro verbessern

Zu viel Hall, zu viel Sprache von nebenan: Wie Sie die Raumakustik im Büro messen, was die DIN 18041 vorgibt und welche Maßnahmen in welcher Reihenfolge wirken.

Das Wichtigste in Kürze

  • Drei Maßnahmen wirken fast immer: Absorption an der Decke, an einer Wand und Abschirmung zwischen Arbeitsplätzen.
  • Die DIN 18041 nennt Soll-Nachhallzeiten je Raumnutzung, für Büros etwa 0,5 bis 0,8 Sekunden.
  • Erst messen, dann planen: Ohne Nachhallmessung ist der Bedarf an frequenzabhängiger Nachhallminderung häufig unklar.
  • Akustikbilder, Teppich und Pflanzen sind akustisch Nebensache.

Die Raumakustik im Büro lässt sich in den meisten Fällen mit drei Maßnahmen deutlich verbessern: Absorption an der Decke, Absorption an mindestens einer Wand und Abschirmung zwischen Arbeitsplätzen. Welche davon zuerst kommt, entscheidet eine Messung der Nachhallzeit, nicht das Gefühl.

Woran man schlechte Raumakustik erkennt

Typische Anzeichen: Telefonate am anderen Ende des Raums sind Wort für Wort zu verstehen. Nach Feierabend ist man erschöpfter, als die Arbeit erklärt. In Besprechungen reden alle lauter, weil sie sich schlecht verstehen. Physikalisch steckt dahinter eine zu lange Nachhallzeit und ein zu geringer Pegelabfall mit der Entfernung. Glas, Beton, Estrich und glatte Decken reflektieren Schall fast vollständig, und moderne Büros bestehen genau daraus.

Was die DIN 18041 vorgibt

Die DIN 18041 „Hörsamkeit in Räumen“ nennt Soll-Nachhallzeiten je Raumnutzung und Raumvolumen. Für Büros mit Sprachkommunikation liegen sie je nach Größe bei etwa 0,5 bis 0,8 Sekunden im mittleren Frequenzbereich. Für Mehrpersonenbüros verweist die Norm auf die VDI 2569, die zusätzlich die räumliche Abklingrate der Sprache bewertet, also wie stark der Pegel je Abstandsverdopplung sinkt.

Erst messen, dann planen

Eine Nachhallzeitmessung nach DIN EN ISO 3382 dauert je Raum meist unter einer Stunde. Eine Dodekaeder-Schallquelle strahlt ein Signal ab, ein Messmikrofon zeichnet den Pegelabfall auf, das Ergebnis ist die Nachhallzeit je Frequenzband. Erst damit lässt sich rechnen, wie viel Absorptionsfläche fehlt. Wer ohne Messung Akustikbilder kauft, bleibt häufig enttäuscht. Tiefe Frequenzen brauchen dicke oder abgehängte Absorber, dünne Paneele wirken nur bei hohen Frequenzen.

Die drei Maßnahmen

Die Decke ist die größte freie Fläche und die erste Adresse. Abgehängte Akustikdecken oder Deckensegel mit Schallabsorptionsgrad ab 0,8 bringen bei den meisten Büros den größten Schritt.

Eine absorbierende Wandfläche reduziert Flatterechos zwischen parallelen Wänden. Ideal ist die Wand gegenüber der Fensterfront.

Stellwände und Schränke zwischen Arbeitsplätzen senken den Pegel der direkten Sprache. Sie wirken nur, wenn sie hoch genug sind, mindestens Kopfhöhe im Sitzen plus etwa 30 Zentimeter, und selbst absorbierend sind.

Teppichboden hilft gegen Gehgeräusche, kaum gegen Nachhall. Pflanzen und Vorhänge sind angenehm, akustisch aber Nebensache.

Nach der Maßnahme: Kontrollmessung

Wer nach dem Umbau noch einmal misst, weiß, ob das Ziel erreicht ist, und hat einen Beleg gegenüber Vermieter, Arbeitsschutz oder Mitarbeitenden. Für die Gefährdungsbeurteilung nach Arbeitsstättenregel ASR A3.7 ist die Nachhallzeit ohnehin eine Kenngröße.

Mehr dazu: Raumakustik bei IBA MV.

Fachlich geprüft von Tony Witzke, Bachelor of Engineering, Ingenieurbüro für Bauphysik IBA MV. Der Artikel ersetzt keine Beratung im Einzelfall.

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